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01.04.2019
Pressemitteilung zum MIT-Frühjahrsempfang 2019
Am 28.3.2019 fand der alljährliche Frühjahrsempfang der MIT Cottbus – Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU – statt. Der Einladung des Kreisvorsitzenden Mario Laurischk folgten rund 30 mittelständische Unternehmer, darunter der Präsident der Industrie- und Handelskammer Peter Kopf sowie der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Michael Schierack.
Als Referent des Abends besuchte mittlerweile traditionell zum 16. Mal in Folge Dr. Christian Ehler, Mitglied des Europäischen Parlaments und wirtschaftspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, die Lausitz, um dem regionalen Mittelstand einen Einblick in den politischen Geschäftsbetrieb Europas zu gewähren. Thema des Frühjahrsempfangs war aus aktuellem Anlass der Strukturwandel in der Lausitz, der in entspannter Atmosphäre und örtlich passend auf einem schwimmenden Ferienhaus - als Touristenmagnet auf dem Gräbendorfer See im Vetschauer Ortsteil Laasow - diskutiert wurde.

Herr Dr. Ehler wies darauf hin, dass Geld allein noch keine Zukunft für die Lausitz bedeutet, zumal dessen Verwendung und mögliche Erfüllung der Förderrichtlinien bislang noch ungeklärt ist. Auch eine Ansiedlung von Bundesbehörden wird größtenteils nur dazu führen, dass die Bahnverbindung Berlin - Cottbus mit Pendlern ausgelastet ist, aber noch keine tragfähigen Strukturen schaffen. Diese ergeben sich vielmehr daraus, dass jetzt damit angefangen werden muss, und idealerweise bereits vor Jahren hätte begonnen werden müssen, die vorhandene Infrastruktur der zukünftigen Entwicklung anzupassen.

Dies betrifft insbesondere den Energiekonzern LEAG und die mit ihm wirtschaftlich verbundenen Unternehmen aus der Region. Ein Strukturwandel wird nicht dadurch funktionieren, dass man vorhandene Strukturen kurzerhand einstampft, in diesem Fall wären Neuansiedlungen die einzige mögliche Option, allerdings auch der schwierigste Weg.

Entscheidend für die zukünftige wirtschaftliche Ausrichtung ist ein stabiler Bestand an qualifizierten Arbeitskräften und damit der Erhalt eines wirtschaftlichen Umfelds. Ein Strukturwandel kann daher nur nach dem Zwiebelprinzip erfolgen, indem der Kern der regionalen Wirtschaft erhalten bleibt, von außen allerdings behutsam eine Umgestaltung erfährt, die eine Anpassung an zukünftige Entwicklungen und Technologien erlaubt. Das Ziel von Wirtschaftspolitik muss also ein Erhalt bestehender Unternehmen und Verbindungen sein, allerdings unter Umbau derselben.

Eine Chance für die Zukunft der Lausitz wird auch keine subventionsgestützte Batteriefabrik sein, die außerhalb Chinas kaum wettbewerbsfähig sein dürfte, sondern dürfte vielmehr im Bereich der Wasserstofftechnologie liegen. Wasserstoff dient als Energiespeicher, kann mithin aus überschüssiger elektrischer Energie erzeugt und wieder in diese umgewandelt, ebenso aber auch zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe genutzt werden.

Wenn wir Brandenburg als Vorreiterregion begreifen, in der der technologische Wandel, der ganz Deutschland bevorsteht, im Zeitraffer vollzogen wird, ergeben sich hieraus große Chancen. Wir verfügen über erneuerbare Energien, deren Speicherung durch Erzeugung von Wasserstoff erfolgen kann, wobei die Herausforderungen des Nahverkehrs durch entsprechende Antriebe gleichermaßen zu lösen sind. Wenn dies gelingt, könnten auch die energieintensiven Branchen der Stahlerzeugung und Chemieproduktion über die Energiewende gerettet werden, falls nicht, wären die Chancen dafür eher schlecht.

Nicht zuletzt ist es erforderlich, bereits jetzt in zukunftsträchtigen Branchen auszubilden und unser Bildungssystem an den künftigen Anforderungen auszurichten, wodurch Brandenburg ein Alleinstellungsmerkmal erhalten würde. E-Government und Künstliche Intelligenz werden die Verwaltung der Zukunft dominieren, hierfür bedarf es bereits jetzt einer fundierten wissenschaftlichen Schulbildung unter Förderung kreativer Denkprozesse der Fachkräfte von morgen.


Mit freundlichen Grüßen

Mario Laurischk
Kreisvorsitzender MIT Cottbus
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